Waffenformen im Kung Fu

Die Waffenformen vermitteln dem Schüler die Handhabung einer ganzen Reihe klassischer Waffen.
Dies geschieht nachdem das Basistraining abgeschlossen ist parallel mit dem Fortschreiten in den waffenlosen Tierformen.

Neben den Soloformen sind auch Partnerformen, und isolierte Technikanwendungen im Programm enthalten.


Der Langstock ist die erste Waffe deren Handhabung ein Kung Fu Schüler erlernt. Das findet mit dem Erreichen der zweiten Stufe statt, nachdem der Schüler die Grundtechniken des unbewaffneten Kung Fu erlernt hat. Der Stock gilt als der „König der Langwaffen“ und ist die traditionellste Waffe im Shaolin Kung Fu. Für die Mönche war der Stock die wichtigste und alltäglichste Waffe denn er konnte multifunktional als Wanderstab oder auch zum Tragen von Lasten eingesetzt werden. langstock

saebel Die Handhabung des Säbels, als erste Kurzwaffe, wird in der dritten Stufe erlernt und bildet die Grundlage für den Umgang mit allen schneidenden Waffen. Der Säbel wird (im Unterschied zu den beispielsweise japanischen Beidhandschwertern) einhändig geführt. Beim Abwehren von Angriffen wird die zweite Hand gerne zur Stabilisierung verwendet. Die Angriffe mit dem Säbel haben in erster Linie schneidenden (nicht hackenden) Charakter.

Die Doppelsäbel stellt die erste Waffenform dar, welche die unabhängige Koordination von einer Waffe in jeder Hand erfordert. Dementsprechend wird sie nur an Schüler die schon eine fortgeschrittene Koordination haben unterrichtet (in der vierten Stufe). doppelsaebel

speer Der Speer (manchmal auch als der „König aller Waffen“ bezeichnet) erweitert die Möglichkeiten des Kung Fu Kämpfers der bereits den Umgang mit dem Langstock beherrscht. Verglichen mit dem Stock ist er zerstörerischer. Historisch war er auch eine wichtige Waffe in der Armee.

Die Hellebarde ist eine „Zwitterwaffe“, welche bis zu einem gewissen Grad Eigenschaften von kurzen und langen Waffen aufweist. Einerseits verlangt sie durch ihr Gewicht eine beidhändige Handhabung, andererseits hat sie deswegen auch eine geringere Reichweite als andere Langwaffen und ist vergleichsweise schwerfälliger (ausgenommen in der leichten Trainingsausführung). Historisch wurde die Hellebarde vor allem von Wachen und Reitern eingesetzt. hellebarde

doppelstock Die Doppelstöcke stellen an den Kung Fu Kämpfer ähnliche Anforderungen wie der Doppelsäbel (siehe oben), mit dem Unterschied, dass die Wirkung der Waffe vor allem auf der Schlagwirkung beruht (im Unterschied zu den Schnitten des Säbels).

Das gerade Schwert wird oft auch als „Tai Chi Schwert“ bezeichnet. Es gilt als der „König der Kurzwaffen“. Die Beherrschung dieses Schwertes erfordert hohes Geschick. Das liegt an der Zweischneidigkeit der Waffe, die vielseitige Techniken ermöglicht damit aber auch ein gewisses Verletzungsrisiko in sich trägt. Das gerade Schwert zeichnet sich in seiner Führung v.a. durch Eleganz und Leichtigkeit aus. Es betont schneidende und (im Unterschied zum Säbel) auch stechende Bewegungen. schwert

sichel Die Sichel kann genauso wie viele andere Landwirtschaftsgeräte als Waffe eingesetzt werden. Sie wird dann vor allem zum Schneiden, Ziehen und Stoßen eingesetzt.

Die Kurzschwerter sind auch als „Schmetterlingsmesser“ bekannt. Sie setzen das Konzept der doppelten Klinge in der Nahdistanz um. Im Unterschied zum Doppelsäbel verliert der Kung Fu Kämpfer mit dieser Waffe zwar an Reichweite gewinnt aber an Agilität und Geschwindigkeit, da sich die Richtung der Waffen leichter wechseln läßt als dies bei langen Schwertern der Fall ist. kurzschwert

nunchaku Der Drei-Teile-Stab wird auch als „Dreigliedriger Stock“, „Dreistock“ oder „dreigliedriges Nunchaku“ bezeichnet. Er ist durch die eingebauten „Gelenke“ eine „halbflexible“ Waffe und unterscheidet sich daher in der Handhabung deutlich von den zuvor erlernten Waffentypen. Diese Waffe kann zusätzlich peitschenartig angewendet werden, während andere Anwendungen eher den vom Doppelstock bekannten Techniken ähneln.

Die Tonfas werden in unserem Stil in der doppelten Version eingesetzt (d.h. eine Waffe in jeder Hand). Historisch sind die Tonfas eine der bekannten „Bauernwaffen“ weil sie ursprünglich zum Bewegen von Mühlsteinen verwendet wurden. In der einfachsten Anwendung sind die Tonfas als Verstärkung der Unterarme zu sehen, so dass harte Schläge mit und ohne Waffen mühelos abgewehrt werden können. Gleichzeitig kann man mit dem kurzen Ende der Waffe harte Schläge austeilen oder mit dem langen Ende schwingende Angriffe ausführen. Bis heute werden Tonfas bei vielen Polizeieinheiten als Waffe verwendet. tonfa

seil Das Seil, häufig auch als „lange Peitsche“ bezeichnet, repräsentiert als flexible Waffe eine andere Waffenkategorie als die vorstehenden Waffen. Ihre Wirkung erhielt diese Waffe in alten Zeiten durch ein am Ende angebrachtes Gewicht oder einen Pfeil aus Eisen. Wird die Waffe gewirbelt und geschwungen kann somit erhebliche Wucht erzeugt werden. Andere Anwendungen bei dieser Waffe sind z.B. Würgetechniken.