Tierformen im Kung Fu

Die Tierformen sind wesentlich für den Charakter des Stiles. Sie enthalten zusammen mit den Waffenformen die wesentlichsten formalisierten Kampfübungen ohne Partner und können selbstständig überall trainiert werden.

Darüber hinaus werden noch Partnerformen, Technikanwendungen mit Partner, Abhärtungsübungen, Freikampf und vieles mehr ins abwechslungsreiche Training einbezogen.


 

Der Tiger zeichnet sich durch direkte, geradlinige und kraftvolle Bewegungen aus und verkörpert wildes Ungestüm.

Diese Tiertechnik wird als erste vermittelt, um kräftige Muskeln und stabile Knochen zu entwickeln. Somit wird der Körper auf künftige Belastungen vorbereitet.

Die typische Waffe des Tigers sind seine Klauen, mit denen er schlagen, greifen und reißen kann.

tiger

affe Der Affe ist vor allem für seine Gewandtheit bekannt. Die Techniken sind flink, geschickt und akrobatisch.

Der Schüler erlernt seinen Körper in den anstrengenden Techniken leicht zu machen, die optische Wahrnehmung wird gefördert und insbesondere Falltechniken erlernt.

Die typischen Waffen des Affen sind harte Schläge mit dem Gelenk („Affenhand“) sowie ziehende Handtechniken und Sprünge.


Die Schlange ist geschmeidig und führt blitzartige stechende Angriffe aus. Sie steht für den Wechsel zwischen Weichheit und Härte.

Vermittelt werden durch diese Übungsform vor allem Zielgenauigkeit, Entspannungsfähigkeit und Atemkontrolle.

Die Hauptwaffe der Schlange sind ihre Giftzähne, welche durch die Fingerstöße imitiert werden.

schlange

kranich Der Kranich mit seinem ausgezeichneten Gleichgewichtssinn steht fest auf einem Bein und kann schnell ausweichen so daß der Gegner ins Leere schlägt.

Neben dem Gleichgewichtsgefühl (und der Stärkung der entsprechenden Sehnen/Muskeln) ist daher die Fußarbeit ein bedeutendes Merkmal dieser Tiertechnik.

Als Werkzeug dient dem Kranich sein Schnabel, mit dem er schnelle, pickende Schläge ausführt (sog. „Kranichschnabel“) und seine Flügel mit denen er wuchtig zuschlagen kann.


Das Pferd tritt kraftvoll und schnell wie kaum ein anderes Tier.

Der Schüler trainiert durch diese Methode vor allem seine Tritt- und Sprungkraft. Ebenso fördern die vielen (gesprungenen) Tritte die Ausdauer.

Die Hufe des Pferdes sind tödliche Waffen, mit denen es auch mehrere Angriffe zur selben Zeit kraftvoll ausführt.

pferd

gottesanbeterin Die Gottesanbeterin zeichnet sich durch blitzschnell reißende und ziehende Bewegungen aus.

Durch diese Form erlernt man das Ausweichen aus der Angriffslinie des Gegners genauso wie überraschende Offensivtechniken.

Die wichtigste Waffe der Gottesanbeterin sind ihre Arme, die vielseitig eingesetzt werden, sowohl zur Kontrolle als auch zum Angriff.


Der Drache bewegt sich mit Leichtigkeit, erscheint aus den Wolken und verschwindet wieder wie es ihm beliebt.

Als das einzige Fabelwesen unter den Tierstilen des traditionellen Kung Fu, gilt der Drache im Osten als Glückssymbol. Er entwickelt Geist, Verstand, und innere Kraft.

Seinen Waffen verleiht der Drache oft aus drehenden Bewegungen heraus die nötige Wucht.

drache

adler Der Adler stößt plötzlich und überraschend aus dem Himmel herab auf sein Opfer und greift es mit seinen eisernen Krallen.

Der Schüler trainiert in dieser Form den kraftvollen Einsatz seiner Finger zum unerwarteten Greifen, Pressen oder Reißen.

Die Krallen als wichtigste Waffe des Adlers werden dazu eingesetzt gezielt empfindliche Stellen anzugreifen.


Der Leopard lauert seinem Opfer auf um es dann blitzschnell zu überwältigen.

Diese Tierform vermittelt vor allem schnelle und direkte Angriffsserien und das Stoßen in die Lücken des Gegners.

Die Pfoten als Hauptwaffe (sog. „Leopardenfaust“) werden dazu eingesetzt ganze Hagel von Schlägen auf den Gegner niederprasseln zu lassen.

 leopard